Kino-Neustart „Die Summe meiner einzelnen Teile“

Wer sich für das Wochenende überlegt mal wieder ins Kino zu gehen, sollte Hans Weingartner neueste Produktion „Die Summe meiner einzelnen Teile“ in die engere Auswahl nehmen. Bekannt geworden ist der österreichische Filmemacher u.a. durch sein erfolgreiches Debüt „Das weisse Rauschen“, in dem der 21-jährige Lukas nach dem Konsum von psychoaktiven Pilzen, paranoide Wahnvorstellungen entwickelte.

Handlung
Der Mathematiker Martin hatte alles, was man für ein zufriedenes Leben brauchte. Eine tolle Anstellung, die Karriere lief vielversprechend, er hatte eine Freundin. Aufgrund beruflicher Überanstrengung brach er eines Tages zusammen und wurde darauf hin in die Psychiatrie eingewiesen. Nach seiner Genesung verlor er seinen Job, die Wohnung wurde ihm gekündigt und seine Freundin hatte sich während seines Klinikaufenthaltes anderweitig umgeschaut. Martin, der sein Leben mittels der Mathematik organisiert und strukturiert, bekommt immer mehr Probleme, seinen Alltag zu regeln. Beistand erhält Martin einzig von einem kleinen, nur russisch sprechenden Jungen. Im nahegelegenen Wald bauen sie gemeinsam eine Hütte und erkunden die Umgebung. Lange dauerte diese „gute“ Zeit nicht an.

Sollte jemand den Film gesehen haben, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Schönes Wochenende!

Film-Homepage

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Dokumentation „Schattenzeit“

Am 1. Februar 2010 war es soweit. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Berliner Charité zum Thema „Depression“ wurde der Film „Schattenzeit“ des Filmemachers Gregor Theus vorgestellt. Zwei Jahre lang begleitete er drei schwerst depressive Patienten der Berliner Charité mit der Kamera. Nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Drehgenehmigung zu erhalten, entwickelte sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Regisseur, Patienten und Ärzten. Ging es einem Patienten zu schlecht, waren eigens ausgemachte Handzeichen verabredet worden – zeigte ein Patient diese, wurde mit dem Dreh sofort abgebrochen.

Inspiriert vom gleichnamigen Buch und Film „Einer flog übers Kuckucksnest“ wollte der Student Theus, eingeschrieben an der Kunsthochschule für Medien in Köln, eigentlich über die Elektrokrampftherapie, kurz EKT, berichten. Diese Therapieform hat sich insbesondere bei Depressionen mit wahnhaften Symptomen, sowie bei Depressionen, die nicht auf eine medikamentöse / psychotherapeutische Behandlung ansprechen, als überaus wirksam erwiesen. Dem narkotisierten Patienten wird dabei elektrischer Strom verabreicht, was einen epileptischen Krampfanfall zur Folge hat. Wie genau die EKT den Patienten hilft, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden, jedoch ist ihre Wirksamkeit unbestritten. Medikamentös unbehandelte Patienten erreichten durch die EKT Besserungsraten um bis zu 90%, Patienten, die auf auf eine vorherige medikamentöse Therapie nicht ansprachen, erreichten Besserungsraten bis zu 75%.

Je weiter die Arbeiten zum Film fortschritten, desto mehr bemerkte Theus, dass die eigentliche Thematik des Films nicht die oben genannte Behandlungsmethode war, sondern die Depression als Ganzes . Wie auf der Homepage zum Film zu lesen ist, entstand in den zwei Jahren „ein Film über Hoffnung, die Abgründe des Lebens und die brutale Härte einer Krankheit“ – und die erste Langzeitdokumentation ihrer Art. „Es ging mir darum, einen ehrlichen Film aus Sicht der Betroffenen zu machen“, so Theus.

Vorraussichtlich wird der Film im Herbst 2010 im RBB ausgestrahlt. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, werden diese hier zu lesen sein.

Trailer Schattenzeit