Blau

‚Kalt‘. Das wäre sicher eine mögliche Assoziation, würde man Menschen nach ihren Assoziationen zur Farbe Blau befragen. Jedoch haben belgische Wissenschaftler nun herausgefunden, dass Blau Menschen alles andere als kalt lässt.

Versuchsdesign
17 freiwillige Versuchspersonen hörten sich Gesprächsaufzeichnungen, mit der Anweisung, sich auf den Inhalt zu konzentrieren, an. Die Hälfte der Sätze wurden in einem neutralen Tonfall, die andere Hälfte leicht ärgerlich intoniert . Während den Aufzeichnungen wurden den Versuchspersonen in einem Intervall von 40 Sekunden blaues oder grünes Licht dargeboten, unterbrochen von kurzen Phasen der Dunkelheit.

Ergebnis
Unter der Testbedingung mit blauem Licht zeigten die Versuchspersonen bei einem ärgerlichen Tonfall eine stärkere Gehirnaktivierung (vor allem in Bereichen des Temporallapen und des Hippocampus, die beide für Sprachverarbeitung verantwortlich sind) als unter der grüner Testbedingung.

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TV Tipp, VOX, 20:15 Uhr

Heute Abend überträgt der Sender VOX die fast vierstündige DokumentationWenn die Seele Trauer trägt – Wege aus der Lebenskrise“. Menschen des öffentlichen Lebens, wie z.B. Sven Hannawald berichten über ihre Zeit in der Krise. Für alle Interessieren, hier der ‚Klappentext‘:

Der dramatische Tod von Fußballprofi Robert Enke hat die Öffentlichkeit aufgerüttelt. Wie kann es sein, dass ein junger erfolgreicher Sportler seinem Leben freiwillig ein Ende setzt? Und warum ist das Thema Depression in Deutschland nach wie vor ein Tabu? Neu ist nicht, dass es Prominente trifft. Neu ist vor allem, dass Teresa Enke unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes so offen über dessen Depression gesprochen hat. Denn obwohl die Krankheit mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zur Volkskrankheit Nummer eins avanciert ist, wird sie verschwiegen und verheimlicht. Dabei sind allein in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen. Doch wer sich zu der Erkrankung bekennt, muss mit Vorurteilen kämpfen. ‚Reiß‘ dich doch zusammen, lass‘ dich nicht so hängen!‘ Nicht nur im Profi-Fußball gilt die Diagnose Depression als beruflicher Selbstmord. Die Konsequenz: Viele Betroffene leiden jahrelang, ohne die Krankheit zu erkennen. Oft bemerken nicht einmal die Ärzte die Symptome. So wie Andreas Biermann, ehemaliger Fußballprofi beim Hamburger Club FC St. Pauli. Jahrelang versuchte er seinen Suizidversuch und seine Schlafstörungen herunterzuspielen – bis zum Tod von Robert Enke. Als Andreas die Pressekonferenz von Teresa Enke verfolgte, wurde ihm klar: Auch er leidet unter Depressionen. Er begab sich umgehend in Behandlung. Wer mit psychischen Problemen kämpft, ist in unserer auf Effizienz und individuellem Vorankommen ausgerichteten Leistungsgesellschaft schnell ein Außenseiter. Dabei zieht der Befund ‚Depression‘ oder ‚Burnout‘ in Zeiten von Wirtschaftskrise und Zukunftsangst auch in Führungsetagen immer weitere Kreise. Prof. Miriam Meckel, erfolgreiche Kommunikationswissenschaftlerin und Medienexpertin hat beruflich viel erreicht: 1999 ist sie die jüngste Lehrstuhlinhaberin Deutschlands. Zwei Jahre später wird sie Staatssekretärin und Regierungssprecherin von Nordrhein-Westfalen. Ein Leben auf der Überholspur. In arbeitsintensiven Hochphasen schläft sie pro Nacht nur drei Stunden. Bis sie zusammenbricht. Diagnose: schwerer Erschöpfungszustand. In einem Buch verarbeitet sie ihre Krise. Auch Sven Hannawald, ehemaliger Skisprung-Weltmeister war nach jahrelangem Hochleistungssport am Ende seiner Kräfte: 2004 musste er seine Karriere wegen eines Burnouts beenden. Nach einer erfolgreichen Psychotherapie kehrte er Anfang des Jahres in den Sport zurück: Als Rennfahrer findet er jetzt wieder den Kick, den er für ein ausgefülltes Leben braucht. Selbstzerstörung kennt viele Gesichter – Daniela litt unter Selbsthass und fügte ihrem Körper über Jahre schwere Verletzungen zu. Die 20-Jährige war an einer Borderline-Störung erkrankt. Monatelang musste sie in einer Jugendpsychiatrie behandelt werden. Seit einiger Zeit hat sie die Krankheit überwunden. Sie ist verlobt und hat gerade ihr Abitur bestanden. Ihr sehnlichster Wunsch: ein Medizinstudium. SPIEGEL TV porträtiert Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in eine Situation existentieller Not und Auseinandersetzung mit sich selbst geraten sind und die Krise überwunden haben. Schwerpunkt des Films ist eine Langzeitstudie, für die SPIEGEL TV betroffene Männer und Frauen über Monate und Jahre begleitet hat und ein Bild ihrer Lebenswege durch sämtliche Höhen und Tiefen zeichnet. Interviewpartner: Sven Hannawald (Skispringer) Jörg Neblung (Freund und Berater von Robert Enke) Sarah Kuttner (Moderatorin, schrieb ein Buch über Depressionen) Hartmut Engler (Sänger ‚PUR‘) Gunter Gabriel (Musiker) Professor Borwin Bandelow (Psychiater) Prof. Miriam Meckel (schrieb ein Buch über Burnout) Andreas Biermann (Fußballspieler)

Trailer 1
Trailer 2
Trailer 3

Schönes Wochenende!

Hausmeldung

Ja, tatsächlich, liebe LeserInnen – ein neuer Eintrag nach einer viel zu langen Pause. Rechtzeitig zum Semesterstart, meldet sich auch der Psychologieblog mit (hoffentlich) regelmäßeren Einträgen zurück.

Eigentlich sollte der Blog mittlerweile auf einen eigenen Server umgezogen sein, sodass auch das von mir ausgedachte Design, die Navigation sowie weitere Ideen realisiert werden können – leider machte mir der Zeitmangel einen Strich durch die Rechnung, sodass vorerst mit der ‚alten‘ Version des Blogs vorlieb genommen werden muss.

Nichtsdestotrotz wünsche ich allen Lesern weiterhin viel Spaß beim Lesen – wie ich an den Besucherzahlen sehen konnte, waren dies, selbst in der zuletzt sehr unproduktiven Zeit, doch einige. Allen Studenten unter Euch einen guten Start ins Semester! Passend hierfür wurde die Seite ‚WS 2010 / 2011“ mit den aktuellen Links zu den Vorlesungen versehen (noch nicht vollständig bzw. nicht bekannt).

Beste Grüße,
Sebastian